| DORUNTINA: Das Fenster zur Heimat |
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| Mittwoch, den 06. Mai 2009 um 16:42 Uhr |
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Ora-Online: Herr Ramaj, was dürfen sich unsere Leser unter DORUNTINA vorstellen?
Ora-Online: Sicher hat auch DORUNTINA eine ganz besondere Entstehungsgeschichte...?
Ich stellte mir als Schriftsteller und Journalist also die Frage: Was kann ich für diese Kinder tun? Den Stift in die Hand nehmen und um sie trauern? Ganz klar, Nein. Es ist sehr leicht sich zu beklagen, aber man muss den Mut finden sich für eine Veränderung zu engagieren.
Ora-Online: Was ist also das Ziel von DORUNTINA?
Also beschloss ich eine Zeitschrift zu gründen, die das nachholt, was sie hier versäumen. Ihre Geschichte, ihre Sprache, ihre Kultur. Gleichzeitig ist sie auch eine Art Forum, in dem auch Kinder und Jugendliche die Möglichkeit haben über ihre Gedanken und Meinungen zu schreiben. Es hat dann seine Zeit gedauert, bis ich mein Vorhaben in die Tat umsetzen konnte und mit einigen Kollegen den deutsch-albanischen Verein Doruntina e.V. gründete. Die erste Ausgabe von DORUNTINA erschien dann im September 1996.
Herr Ramaj: Ja, das stimmt. Anwesend waren unter anderem auch Murat Jashari, als Vertreter der legendären Familie Jashari aus Prekaz, Drenica. Darüber hinaus erfreute mich auch die Anwesenheit des Konsuls der albanischen Botschaft in Berlin, Ilir Halilaj, sehr viele albanische Lehrer aus Deutschland und Schweden und zahlreiche Poeten, Schriftsteller, Journalisten und andere Intellektuelle.
Es hat mich sehr gefreut, dass sich DORUNTINA auch in unseren eigenen Ländern einen Namen gemacht hat und gelesen und geehrt wird. Darüber hinaus haben wir sehr viele Glückwunschschreiben von verschiedenen Institutionen erhalten, wie beispielsweise von dem albanischen Außenministerium und dem kosovarischen Bildungsministerium.
Herr Ramaj: Wenn man auf die traurige Tatsache abstellt, wie viele Zeitschriften im Ausland gegründet und nach nur kurzer Zeit wieder aufgelöst werden mussten, bedeutet das 10-Jährige Jubiläum einer albanischen Zeitung in der Diaspora einen sehr grossen Erfolg. Vor allem wenn man bedenkt, dass es sich bei DORUNTINA um eine Kinderzeitschrift handelt. Was zuvor nur Wunschdenken war, wurde Realität. Das hat uns wirklich sehr gefreut und auch mit Stolz erfüllt.
Doch leider wird DORUNTINA nicht von allen albanischen Lehrern unterstützt, obwohl sie die Möglichkeit und die Mittel dazu hätten. Das erschwert die Arbeit zwar, macht sie für uns aber nicht unmöglich. Mit der Unterstützung aller könnte sie regelmäßig einmal im Monat erscheinen, wie es von uns von Anfang an beabsichtigt war. Denn, wie bereits gesagt, DORUNTINA erzielt keinen Profit und schafft es nur sich selbst durchzuschlagen. Diese Zeitschrift erscheint des Wissens wegen, um den Kindern die Geschichte und Geografie, Kunst und Kultur ihres Landes näher zu bringen. Deswegen ist jede weitere Ausgabe ein Sieg. Es gibt jedoch hingegen auch albanische Lehrer, die DORUNTINA wirklich von Anfang an treu unterstützt haben. Ihnen gebührt unser größter Dank.
Herr Ramaj: Ja, nach der Gründung der Kinderzeitschrift DORUNTINA setzte es sich der deutsch-albanische Verein Doruntina e.V. auch die Gründung eines gleichnamigen Verlags zum Ziel. Dies war uns jedoch erst nach einigen Jahren durch Mittel und großzügige Spendengelder möglich.
Der Verlag DORUNTINA gibt grösstenteils zweisprachige Bücher heraus. Mit den zweisprachigen Büchern bemühen wir uns eine Brücke zwischen der deutschen und albanischen Kultur zu errichten.
Unter anderem in der zweisprachigen "Anthologie der modernen albanischen Lyrik", das 2003 vom deutsch-albanischen Verein Doruntina e.V. heraus gegeben wurde, sind 93 albanische Poeten der albanischen Literatur vertreten. Somit wird der deutschsprachige Leser bzw. Interessent mit der albanischen Lyrik vertraut gemacht.
Unser Verlag hat bisher auch zwei Gedichtebände mit Sammlungen von Gedichten veröffentlicht, die albanische Kinder und Jugendliche in der Diaspora verfasst haben.
Daneben wurden auch Schulbücher für Schüler veröffentlicht, sodass die Schulen neben der Zeitschrift auch mit anderen schulischen Materialien in albanischer Sprache ausgestattet werden, wobei jedoch die Kinderzeitschrift DORUNTINA stets oberste Priorität hat.
Herr Ramaj: Zunächst einmal möchte ich all den albanischen Kindern, Eltern und Lehrern, die DORUNTINA bestellen und lesen, meinen Dank für die jahrelange Unterstützung aussprechen.
Daran anknüpfend appeliere ich an die albanischen Lehrer, Eltern und Kinder, die bisher von einer Bestellung von DORUNTINA abgesehen haben, das zu ändern. DORUNTINA ist eine große Stütze für die albanischen Kinder in der Diaspora ihre Herkunft und ihre Wurzeln nicht zu vergessen.
Für mich, als Chefredakteur von DORUNTINA liegt das Wohl dieser Kinder sehr am Herzen. Sie sind der Grund, wieso DORUNTINA entstand und sie sind es, die DORUNTINA am Leben erhalten.
Die Verluste, die albanische Kinder in der Diaspora erleiden, sind unermesslich gross. Ich bin selber Vater von 4 Kindern, ich spreche aus Erfahrung. Daher ist es unsere Pflicht als Eltern unseren Kindern zu zeigen, wie reich und schön unsere Kultur und Sprache ist, wie wichtig die Geschichte unserer Heimat. Dass sie es Wert ist sie wie einen Schatz aufzubewahren und zu pflegen. Und dafür steht DORUNTINA. So wie es im Leitsatz auf der Titelseite von DORUNTINA steht: "Doruntina ju përkujton se Atdheu juaj është në themelet e Ilirisë" (dt. Doruntina erinnert euch daran, dass eure Heimat auf dem Fundament Illyriens liegt). Sie ist eine Zeitreise durch unsere Geschichte, in alle albanischen Gebiete.
Herr Ramaj: Nach einer alten albanischen Legende ist Doruntina eine junge Frau, die entgegen der Besorgnis ihrer Mutter weit entfernt ihrer Heimat verheiratet wird. Ihr jüngster Bruder, der den Namen Konstantin trägt, gibt der Mutter das Versprechen (Besa) Doruntina höchstpersönlich zurück zu bringen, wenn die Sehnsucht unermesslich gross wird. Es vergeht eine Zeit, in der schreckliche Kriege und Krankheiten über das Land wüten, die viele Opfer fordern. Darunter auch Doruntina´s Bruder Konstantin. Eines Nachts jedoch, erhebt sich der Geist von Konstantin aus seinem Grab, reitet zu seiner Schwester und bringt sie zurück nach Hause zu ihrer Mutter, zurück in ihre Heimat. Und erfüllt damit sein Versprechen, das er seiner Mutter einst gegeben hatte.
Mit dieser Legende ist die Figur Doruntina in der albanischen Gesellschaft zu einem Symbol der Sehnsucht und großen Liebe zum Heimatland geworden.
Welcher Name könnte also die Kinder, die hier im Ausland leben, besser beschreiben, als DORUNTINA?
Das Interview führte für ORA-Online Iliria Berisha
Kontaktdaten für die Bestellung von DORUNTINA: eMail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. Kontakt-Nr.: 0162 / 65 36 688
Ragip Ramaj wurde 1953 in Skenderaj, Drenica, geboren. Er studierte Literatur an der Universität von Prishtina und arbeitete als Journalist für den albanischen Radio- und Fernsehsender TVP. Nebenbei schrieb er für viele albanische Zeitungen und Zeitschriften. Aufgrund seiner patriotischen und politischen Aktivitäten gegen das serbische Regime wurde er mehrmals von der serbischen Polizei verhaftet. Nach seiner Verhaftung 1991 lebte er bis 1992 versteckt, bis er im April 1992 nach Deutschland emigrierte.Ragip Ramaj ist als Kinderbuchautor und Chefredakteur der albanischen Kinder- und Jugendzeitschrift DORUNTINA bekannt. Er gründete den Bücherverlag DORUNTINA und ist Auslandskorrespondent für RTK.
Lesen Sie hier die komplette Biographie von Herrn Ragip Ramaj |
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Ora-Online hat mit dem Chefredakteur der in Deutschland ansässigen albanischen Kinder- und Jugendzeitschrift DORUNTINA über Geschichte und Zukunft von DORUNTINA gesprochen und über die hohen Ziele, die die Kinder- und Jugendzeitschrift in der Diaspora verfolgt.
Herr Ramaj: Ja, das hat sie. Als ich 1992 aus politischen Gründen aufgrund meiner Aktivitäten gegen das serbische Regime gezwungen war, meine Heimat zu verlassen, emigrierte ich nach Deutschland und wurde hier mit einer sehr bitteren Realität konfrontiert. Die hier lebenden albanischen Kinder und Jugendliche schienen mehr und mehr ihre albanische Identität zu vergessen. Mich erschrack die Tatsache, dass sie in Gesprächen in einem nur noch gebrochenen albanisch reden konnten. In jeder albanischen Schule im Kosovo wird den Kindern die Geschichte ihrer Heimat gelehrt. Die albanischen Kinder, die in der Diaspora aufwachsen, lernen jedoch nur sehr selten, was für eine große und reine Geschichte ihr Land zu bieten hat. Ihnen fehlt dieses gesunde Bewusstsein zu ihrer Herkunft.
Herr Ramaj: Ich denke, ein Kind, das keine gesunde Beziehung zu seinem Heimatland hat, wird auch niemals eine gesunde Beziehung zu dem Land, in dem es lebt, entwickeln können. Über unsere Texte bemühen wir uns den Kindern zu zeigen, woher sie kommen, wer sie sind und wieso sie nicht in ihrer Heimat leben. Sie lernen, was ihr Land durchgemacht hat und was die Gründe dafür sind. Dadurch wächst das Verständnis über die Tatsache, dass sie nicht dort bei ihren Familien leben und das führt dazu, dass sie auch verstehen, wieso sie hier sind und dass das Land, in dem sie nun leben, ihnen eine große Hilfe war und ist. Zudem pflegt DORUNTINA enge und freundschaftliche Beziehungen zu verschiedenen Institutionen hier in Europa, die DORUNTINA unterstützen und den muttersprachlichen Unterricht in der Diaspora fördern.
Ora-Online: Vor drei Jahren hat DORUNTINA seinen 10. Geburtstag gefeiert. Wie wir erfahren haben, nahmen an dieser Feier auch wichtige albanische Persönlichkeiten teil.
Ora-Online: Haben Sie, als DORUNTINA's Vater, abschließend noch eine Nachricht an unsere Leser? An die vielen albanischen Kinder und Jugendliche da draußen oder an ihre Eltern?
Ragip Ramaj wurde 1953 in Skenderaj, Drenica, geboren. Er studierte Literatur an der Universität von Prishtina und arbeitete als Journalist für den albanischen Radio- und Fernsehsender TVP. Nebenbei schrieb er für viele albanische Zeitungen und Zeitschriften. Aufgrund seiner patriotischen und politischen Aktivitäten gegen das serbische Regime wurde er mehrmals von der serbischen Polizei verhaftet. Nach seiner Verhaftung 1991 lebte er bis 1992 versteckt, bis er im April 1992 nach Deutschland emigrierte.





Kommentare
war eine wunderbare Idee DORUNTINA ins leben zu erwecken, dafür werden Herrn Ramaj und seinen Helfern später viele dankbar sein
faleminderit zotri Ragip Ramaj, faleminderit Iliria Berisha...faleminderit ORA-Online Zitieren