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Wenn Künstler ums Überleben kämpfen
Montag, den 14. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

Çun Lajqi bei einer Theateraufführung
 
Der Kosovo leidet auch 10 Jahre nach dem Krieg unter wirtschaftlichen Problemen. Offiziell sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung arbeitslos. Das Arm-Reich Gefälle ist nirgends in Europa spürbarer als im Kosovo. Unter diesen wirtschaftlichen Schwerstbedingungen leiden vor allem Künstler und Künstlerinnen.

 

Unter dem Klima der wirtschaftlichen Not kämpfen Theaterdarsteller, Dichter und Maler ums tägliche Brot. Die künstlerische Weiterentwicklung bleibt dabei oftmals auf der Strecke, denn von Kunst alleine können die meisten nicht mehr leben.

 

Vom Schutz der Kranken- Pflege und Rentenversicherung für Künstler wie etwa in Deutschland, ist der Kosovo noch weit entfernt. "Ich weiss nicht, wer im Kosovo per Gesetz geschützt ist, geschweige denn die Künstler. Wer schützt denn die Künstler? Wer sorgt sich um ihr Wohlbefinden? Wer denkt darüber nach, in was für einem Zustand Künstler leben, die seit Jahrzehnten den Geist des Volkes ernährt haben?", erklärte Çun Lajqi, ein bekannter Theaterdarsteller und Dichter aus dem Kosovo, in einem Interview für die kosovarische Zeitung Bota Sot.

 

Heute verdiene ein Theaterdarsteller mit 40 Jahren Erfahrung etwa 150 Euro pro Monat, während ein Politiker mehr als 1000 Euro pro Monat verdiene, so Lajqi.

 

Umso schlimmer ist es für Lajci, dass die gleichen Politiker, die sich gestern noch mit seiner Kunst schmückten, heute der Kunst und insbesondere dem Theater nur noch ablehnend gegenüber stehen.

 

"All diese Minister, die wir derzeit haben, sind mit meiner Kunst aufgewachsen. Hunderte Male habe ich sie mit meinen Auftritten angeregt, hunderte Male habe ich sie mit Versen von Fishta, Kadare und Shkreli inspiriert und hunderte Male haben sie mir auf die Schulter geklopft [...] Jetzt wo sie in den Sesseln sitzen, jetzt wo sie das Ende des Reichtums nicht mehr kennen, wenden sie ihren Kopf nicht mehr dem Theater zu [...]".

 

Schlimmer noch als die alltäglichen wirtschaftlichen Existenzängste der Künstler, sei die Ignoranz, die die aktuelle Regierung des Kosovo der Kultur im Allgemeinen und den Künstlern im Besonderen entgegen bringe. 

 

"Dies ist schmerzhaft, denn die Ignoranz gegenüber der Kultur ist auch eine Ignoranz gegenüber der Nation", sagt Lajci, denn die Kultur einer Nation, führt er weiter aus, gründe sich auf den Wurzeln seiner eigenen Vergangenheit.

 

 

 


Text: Selim Kelmendi
Foto: Nouvelle Orgue
/flickr

 

 

 

 

 

Kommentare 

 
#1 kosovar 2009-12-14 20:56 Das ist der Preis den man zahlen muss wenn man Gutes für sein Volk tut lieber Lajqi!

Er kann immerhin schreiben wie wärs mit ein Buch.
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#2 sysret 2009-12-15 14:56 dein kommentar ist diletant! Zitieren
 
 
#3 kosovar 2009-12-15 17:13 dein kommentar ist fachmännisch! Zitieren
 

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