| Die LDK und die LDD starten erste Annäherungsversuche |
| Donnerstag, den 11. Februar 2010 um 17:07 Uhr |
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Am 1. Februar dieses Jahres schrieb ich für ORA-ONLINE einen Kommentar unter dem Titel "Die LDK hat die Niederlage verdient". Darin beschrieb ich die letzte Wahlniederlage der LDK in den beiden Kommunen, Lipjan und Prizren, als notwendiges Übel, um zu verstehen, dass die LDK in ihrer jüngsten Vergangenheit, politische Fehler begangen hat, die sie unweigerlich in diese Krise geführt haben.
Nun scheinen sich höchste Führungsmitglieder innerhalb der LDK und der LDD zu besinnen und starten erste Annäherungsversuche. Innerhalb der LDK diskutiert man derweilen, ob der Bürgermeister von Prishtina, Isa Mustafa, zum neuen Parteivorsitzenden der LDK gewählt werden soll. Isa Mustafa hatte der LDK in den Kommunalwahlen einen grossen Wahlsieg beschert. Nun erhofft man sich, dass er seinen erfolgreichen Kurs fortsetzt und die eigene Partei aus der Krise zieht.
Nexhat Daci, Parteivorsitzender der LDD, spricht sich derweilen offen für eine Koalition mit der LDK aus, nachdem nun auch er eingesehen hat, dass dies womöglich der einzige Ausweg aus der Krise ist. Auch Naser Rugova, Parlamentsmitglied der LDD sprach sich in einem Interview für Infosot in aller Deutlichkeit für eine Wiedervereinigung der LDD und der LDK aus.
Naser Rugova ist ein sehr charismatischer Politiker. Als man die Löhne der Parlamentarier erhöhen wollte, stellte er sich ausdrücklich gegen einen solchen Entscheid, obwohl er selber davon profitiert hätte. Es gehe nicht an, so Naser Rugova, dass die eigene Bevölkerung unter immenser Armut leide, während die Parlamentarier sich gegenseitig ihre Löhne erhöhen. Womit er natürlich völlig Recht hat und auch sein Vorschlag für eine Wiedervereinigung der LDD und der LDK sind zu begrüssen.
Nichtsdestotrotz war sein Vorschlag, Ukë Rugova, den Sohn des verstorbenen Präsidenten, Ibrahim Rugova, zum künftigen Parteivorsitzenden der LDK zu wählen, ein politischer Fehlgriff. Emotional gesehen mag dieser Vorschlag wohl seine eigene Bedeutung haben, politisch gesehen würde diese Wahl zu zwei grossen Komplikationen führen.
Zum Einen wäre Ukë Rugova als neuer Parteivorsitzender jeden Tag einem immensen Druck ausgesetzt. Die LDK-Wähler würden Ukë Rugova permanent mit seinem Vater vergleichen. Erwartungen, Hoffnungen und Wünsche der Wähler könnten sich sehr schnell in Enttäuschung und Frustration umwandeln, da niemand so sein kann wie Ibrahim Rugova - nicht einmal der eigene Sohn.
Zum Anderen würde die LDK und die LDD mit diesem Entscheid indirekt eine Art Clan-Politik betreiben, in der Menschen nicht nach ihrem Können und Wissen hohe Ämter bekleiden, sondern aufgrund ihrer Verwandtschaft zu wichtigen Persönlichkeiten. Wie man aus der kosovarischen Parteilandschaft weiss, sind andere Parteien dafür bekannt, so eine Clan-Politik zu führen. Die LDK und die LDD sollten es ihnen nicht gleich tun.
Kommentar geschrieben von Besart Kelmendi
Interview mit Naser Rugova für Infosot
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