| Ragip Ramaj - Ein Leben für die Heimat |
| Mittwoch, den 06. Mai 2009 um 11:33 Uhr |
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Ragip Ramaj wurde am 20. August 1953 in Klinë e Poshtme in Skenderaj, Drenica, geboren. Er wuchs mit 7 Geschwistern in einer albanischen Grossfamilie auf. Seine Eltern, Vater Hysen Ramaj und Mutter Sala waren einfache Leute. Sein Vater arbeitete als Maurer, seine Mutter war Hausfrau. Sie gebar 8 Kinder, 5 Söhne, 3 Mädchen.
Wenn man über die Kindheit von Ragip Ramaj spricht, stechen zwei wichtige Aspekte stark heraus, die seinen weiteren Lebensweg prägten. Ramaj´s grosse Leidenschaft waren von klein auf Bücher gewesen. Schon als kleines Kind las er sehr viel. Aus ihnen zog er seine Lehren und letztlich waren es auch die Bücher, denen er sein ganzes Leben widmen sollte. Der zweite Aspekt ist, dass er sich schon als Kind oft und lange in der traditionellen Gästestube Oda aufhielt, die in seiner Familie, die zu dieser Zeit in Drenica sehr bekannt war, gerne besucht wurde. In einer Zeit, in der die Justiz von der serbischen Regierung bestimmt wurde, wurden gesellschaftliche Probleme der Albaner lieber privat gelöst. Die Oda der Familie Ramaj diente damals zu diesen Zwecken als eine Art Gerichtssaal, in der nach alten albanischen Bräuchen Gerechtigkeit gebracht wurde. Seine Lehren und Weisheiten zog er aus den Gesprächen, die die Weisen und Ältesten aus dem Drof von Drenica in der Oda hielten. Seine Kindheit verbrachte er mit Azeminja, die Tochter des legendären albanischen Helden, Azem Bejtë Galica, die in der Familie von Ragip angeheiratet war. Weil Azeminja keine eigenen Kinder hatte, hütete er ihre Schafe. Während dieser Zeit, pflegte er sich stets unter einen Baum zu setzten um zu lesen. Als Ramaj Drenica verliess, mussten Azeminja und ihr Mann alle Schafe, die sie besaßen, verkaufen. Seine Schule schloss er in Skenderaj ab und registrierte sich am dortigen Gymnasium. Aufgrund seiner politischen und patriotischen Aktivitäten gegen das serbische Regime, die er mit seinen Brüdern durchführte, wurde er kurz vor dem Abitur in Skenderaj suspendiert und musste aus Drenica fliehen. Er wurde seit seinem 17. Lebensjahr mehrmals von der serbischen Polizei verhaftet. Auch sein Bruder wurde auf dem Weg zur Schule im Alter von 17 Jahren von der serbischen Polizei verhaftet und saß für 5 Jahre im serbischen Gefängnis. Nach seinem erfolgreichen Literatur-Studium in Prishtina, arbeitet er für kurze Zeit als Professor für Literatur am Gymnasium in Lipjan und wurde daraufhin als Journalist in dem albanischen Radio- und Fernsehsender TVP eingestellt. Dort realisierte er Sendungen wie Ora televizive letrare, TV Akordiada, Takime me shkrimtar und unterschiedliche Reportagen. Er schrieb für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem für Rilindja, Zëri i Rinisë, Pionieri, Gazeta e Pioniereve, Flaka e Vëllazerimit, Gëzimi, Fatosi, etc. Seine Sendungen und Texte hoben sich insbesondere aufgrund des Patriotismus und Heimatliebe stark hervor. Mit ihnen wollte er, in einer Zeit der systematischen Unterdrückung der albanischen Identität, bei den albanischen Lesern und Zuschauern das nationale Bewusstsein aufrecht erhalten. Er nahm an den Demonstrationen von 1968 und an allen von 1981-1990 in Prishtina teil. Zu dieser Zeit beteiligte er sich kontinuierlich auch an vielen illegalen Aktivitäten gegen die serbische Regierung, weil er sich niemals mit der serbischen Herrschaft abfinden konnte und sich für die Befreiung seines Volkes einsetzte. Er pflegte enge Beziehungen mit Jusuf Gervalla, der im Jahre 1982 im deutschen Untergruppenbach von der serbischen Geheimpolizei ermordet wurde. Sie waren nicht nur Kollegen der gleichen Profession, sondern auch Vertraute, die in der Zeit der serbischen Unterdrückung für die gleichen Ideale und Ziele kämpften. Aufgrund seiner Stellung gegen die serbische Regierung, die sich in seinen Sendungen und Texten stark widerspiegelte, wurde ihm der Beruf als Journalist von TVP untersagt und albanische Zeitungen veröffentlichten nicht mehr seine Artikel. Nachdem sich die Situation zuspitzte und er im Herbst 1991 erneut von der serbischen Polizei verhaftet wurde, hielt er sich nur noch versteckt bei Verwandten und Bekannten auf, bis er sich im April 1992 gezwungen sah Kosovo zu verlassen und mit Frau und Kindern nach Deutschland zu emigrieren. In Deutschland setzte er seine Aktivitäten fort und widmete sich weiterhin intensiv seiner Heimat. Er nahm an Demonstrationen und Veranstaltungen teil, die in Deutschland und anderen Ländern Europas abgehalten wurden. Daraufhin gründete er den deutsch-albanischen Verein Doruntina e.V. und veröffentlichte 1996 die erste Ausgabe der Kinderzeitschrift DORUNTINA, die sich seit 13 Jahren als albanische Kinder- Jugendzeitschrift in der deutschen und albanischen Gesellschaft in der Diaspora integriert hat. Wenige Jahre später gründet er den gleichnamigen Bücherverlag DORUNTINA, der bisher rund 40 zweisprachige Bücher zur Förderung der deutsch-albanischen kulturellen Beziehungen veröffentlicht hat. Heraus gegeben wurden auch zwei Gedichtebände mit Sammlungen von Gedichten von albanischen Kindern in der Diaspora: Cicërima të shqetësuara (Unruhiges Gezwitscher); Atdheun e kam në zemër (Meine Heimat trage ich im Herzen) Neben Doruntina veröffentlichte er auch 5 weitere eigene Bücher:
Biographie verfasst von Iliria Berisha Lesen Sie unter nachfolgendem Link das Interview mit Herr Ramaj über die Kinderzeitschrift DORUNTINA: DORUNTINA: Das Fenster zur Heimat
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Ragip Ramaj ist in der albanischen Gesellschaft als Patriot und Intellektueller bekannt, der schon zu Zeiten der serbischen Unterdrückung vehement für die albanische Sache kämpfte und sich heute als Schriftsteller und Journalist weiterhin intensiv für sie einsetzt. Sein ganzes Leben schon widmet er seiner Heimat. 




