| Wer ist eigentlich Dick Marty? |
| Geschrieben von: Iliria Berisha |
| Montag, den 03. August 2009 um 17:48 Uhr |
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Die Behörden des Kosovo haben die Gerüchte über diesen Organhandel stets zurückgewiesen und sind der Auffassung, dass diese Teil einer serbischen Propaganda sind, um gegen die Unabhängigkeit des Kosovo vorzugehen. In der Tat gibt es für diese Behauptungen keinerlei Beweise und es wurde diesbezüglich - trotz eingeleiteten Untersuchungen - auch nie eine Anklage erhoben.
Doch offensichtlich hat in Prishtina Niemand nachgefragt, wer sich eigentlich hinter dem Namen Dick Marty versteckt.
Dick Marty ist Schweizer Politiker der FDP-Partei. Seit 1995 ist er Ständerat und vertritt den Kanton Tessin. Ausserdem ist er Abgeordneter des Europarats und Mitglied der OSCE-Kommission für Menschenrechte.
Dick Marty machte sich vor allem durch seinen Bericht über mutmassliche CIA Gefängnisse in Europa einen Namen. Seine Erfahrung könnte also der ausschlaggebende Grund dafür gewesen sein, wieso gerade Dick Marty damit beauftragt wurde, der Organhandel-Geschichte nachzugehen.
Doch Dick Marty glänzte nicht nur als Ermittler über mutmassliche CIA Gefängnisse. Kurze Zeit nachdem der Kosovo seine Unabhängigkeit erklärte, führte man hier zu Lande eine Debatte darüber, ob die Schweiz den Kosovo als unabhängigen Staat anerkennen soll oder nicht.
Wer sich noch an diese Debatten erinnern mag, der weiss, dass Dick Marty ein energischer Unabhängigkeitsgegner des Kosovo war.
Vor allem sein populistisches Interview mit dem Schweizer Tagesanzeiger, wird dem einen oder anderen noch in Erinnerung geblieben sein. Laut Dick Marty verdiene der Kosovo seine Unabhängigkeit nicht, weil es ein Hort des organisierten Verbrechens sei, die Nato-Intervention diente eigentlich nicht humanitären Zwecken, sondern strategischen Interessen der USA, und darüber hinaus glaubt Dick Marty ohnehin nicht, dass die UCK so unschuldig ist, wie viele glauben, während auf der anderen Seite das Bild von den "bösen Serben einfach nicht stimmt".
Wüsste man nicht, dass Dick Marty hinter dem Interview steckt, könnte man meinen, der serbische Aussenminister, Vuk Jeremic, wettert wieder einmal gegen die Unabhängigkeit des Kosovo. Zumindest scheint er mit seinen Aussagen vollkommen die serbischen Interessen zu vertreten. Doch der geschickte Rhetoriker Marty, würde jetzt sagen: "Ich sehe nicht ein, wieso ich meine Meinung ändern soll, nur weil zufälligerweise ein serbischer Politiker gleich denkt wie ich."
In der Tat, Dick Marty ist ein Schweizer Politiker und als solcher hat er auch das Recht, seine eigene politische Meinung zu vertreten. Ob er mit seiner vorgefertigten Meinung über die Unabhängigkeit des Kosovo, der richtige Mann für diesen heiklen Fall ist, darf jedoch zu Recht angezweifelt werden.
Eins steht immerhin fest: Gewisse Interessengruppen könnten sich keinen besseren Mann als Dick Marty für diesen Job vorstellen. Wir dürfen also alle auf seinen Bericht über den angeblichen Organhandel gespannt sein.
Nachtragend das Interview von Dick Marty mit dem Tagesanzeiger vom 20. Februar 2008
«Das Bild von den bösen Serben stimmt einfach nicht»
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Der Schweizer Ständerat, Dick Marty, wurde damit beauftragt, dem Europarat einen Bericht über den angeblichen Organhandel der Kosovo Befreiungsarmee (UCK) vorzulegen.





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